Gabriele Morkramer

In meiner Herkunftsfamilie waren drei Krankenschwestern….. und ich „wusste“ lange: Ich mache beruflich etwas Anderes. Nach einem Praktikumsjahr in der „Arbeits- und Beschäftigungstherapie“, wie damals noch die Ergotherapie genannt wurde, war für mich jedoch klar: ich will „nah am Menschen arbeiten“. So machte ich dann doch zunächst eine Krankenpflegeausbildung mit (späterer) Fachweiterbildung für Psychiatrie.
Gebürtig aus der Werkzeugstadt Remscheid führten verschlungene Pfade meine Familie und mich – mit zwei damals 2 und 3 Jahre alten Söhnen – im Jahr 2003 nach Peine. Auf der Suche nach Wohnraum hörten wir damals immer wieder: „…aber nicht in der Peiner Südstadt!“
Was uns nicht beeindruckte, denn wir fanden genau dort eine Bleibe, die es uns sofort angetan hatte.
Aus der Nachbarschaft bekamen wir den Ratschlag, uns die Fußwege, insbesondere zum Bahnhof, gut zu überlegen. Vielleicht lag es an unserer Herkunft; das Rhein-Ruhr-Gebiet ist seit jeher ein Schmelztiegel der Nationalitäten und Kulturen. Wir fühlten uns jedenfalls sofort hier wohl und uns ist nie etwas Unangenehmes oder gar Bedrohliches widerfahren!

Über die Nachbarschaft, Kindergarten, Schule und Sportvereine haben wir in der Peiner Südstadt schnell Fuß gefasst und wussten die gute Lage sehr zu schätzen:
Ein sagenhaft schönes Freibad, ein toller Spielplatz im Grünstreifen Hoher Weg, die Spaziergangs- und Joggingrunde über die Hertha-Peters-Brücke (kann tatsächlich jemand an ihrer Bedeutung zweifeln?), hinein in den Gräwig oder zum Dungelbecker See. Auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz lernten meine Söhne das Fahrradfahren. Alles war schnell erreichbar, zu Fuß oder mit dem Rad in die Innenstadt, zu den Sportstätten, zu den Peiner Festsälen und den Supermärkten, Leckereien aus den türkischen Läden und auch die Bäckerei Grete eröffnete ihr schönes Cafe!
Gerade die Vielfalt innerhalb dieses Stadtteils hat uns immer gefallen und wir waren gerne ein Teil davon.
Nach 10 Jahren beruflicher Pause begann meine berufliche Umorientierung mit einer Beschäftigung in der Jugendwerkstatt des Caritasverband Peine.
2019 zog ich aus persönlichen Gründen nach Braunschweig, blieb aber meinem Arbeitgeber treu. Nach 3 Jahre, in denen ich lediglich mit wenigen Wochenstunden für die „Senioren in der Südstadt“ zuständig war, arbeite ich seit Sptember 2020 vollständig im Südstadtbüro. Ich freue mich, dass ich auf diesem Wege mit der Peiner Südstadt weiter verbunden bin; und weiterhin „nah am Menschen“ arbeite.
Gabriele Morkramer